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Kaffeegetränke von A bis Z: Das große Lexikon aller Kaffee-Drinks

24.02.2026
von Yascha Roshani
Kaffeegetränke von A bis Z - Das große Lexikon aller Kaffee-Drinks

Das Wichtigste für dich zusammengefasst:

  • Die meisten Kaffeegetränke basieren auf nur zwei Grundlagen: Espresso oder Filterkaffee – die Unterschiede entstehen durch Milch, Wasser und Extras.
  • Cappuccino, Latte Macchiato und Flat White unterscheiden sich vor allem im Verhältnis von Espresso, Milch und Milchschaum.
  • Cold Brew ist nicht dasselbe wie Iced Coffee – Cold Brew wird über viele Stunden kalt extrahiert und schmeckt milder und weniger säurebetont.
  • Kaffeegetränke mit Alkohol wie der Irish Coffee oder der norddeutsche Pharisäer haben eine lange Tradition und sind mehr als bloße Mixgetränke.
  • Rund um die Welt gibt es faszinierende Kaffeespezialitäten – vom vietnamesischen Eierkaffee bis zum Hongkonger Yuanyang aus Kaffee und Tee.
  • Die Zubereitungsart beeinflusst den Geschmack enorm: French Press, Pour-Over, Mokka-Kännchen und Espressomaschine liefern aus derselben Bohne völlig unterschiedliche Ergebnisse.


Espresso, Cappuccino, Flat White, Cold Brew – die Welt der Kaffeegetränke ist riesig und kann manchmal ganz schön verwirrend sein. Was genau unterscheidet eigentlich einen Latte Macchiato von einem Caffè Latte? Ist ein Long Black dasselbe wie ein Americano? Und was um alles in der Welt ist ein Cortado?

Keine Sorge: Wir bringen Ordnung ins Kaffee-Chaos. In diesem Lexikon erklären wir euch alle wichtigen Kaffeegetränke – von den Espresso-Klassikern über die beliebtesten Milchkaffee-Varianten bis hin zu kalten Kaffee-Drinks, alkoholischen Kaffeekreationen und internationalen Spezialitäten, die ihr unbedingt mal probieren solltet. Dazu gibt es für jedes Getränk die wichtigsten Fakten auf einen Blick: Woraus besteht es, wie intensiv schmeckt es, wie groß ist die Portion und wie viel Milch steckt drin?

Am Ende des Artikels werfen wir außerdem einen Blick auf die verschiedenen Zubereitungsarten – denn ob Siebträger, French Press oder Mokka-Kännchen: Die Brühmethode hat einen enormen Einfluss darauf, wie euer Kaffee schmeckt.


Inhaltsverzeichnis

Espresso pur
Espresso · Doppio · Ristretto · Lungo · Espresso con Panna

Espresso mit Milch
Cappuccino · Caffè Latte · Latte Macchiato · Espresso Macchiato · Flat White · Cortado · Piccolo · Café au Lait · Galão · Breve · Mocha · Marocchino

Espresso mit Wasser
Americano · Long Black

Espresso mit Extras
Affogato · Red Eye

Kalte Kaffeegetränke
Cold Brew · Nitro Cold Brew · Iced Coffee · Japanese Iced Coffee · Eiskaffee (deutsch) · Iced Latte · Iced Americano · Frappé · Frappuccino · Espresso Tonic · Café con Hielo · Dalgona Coffee

Kaffeegetränke mit Alkohol
Irish Coffee · Pharisäer · Café Corretto · Rüdesheimer Kaffee · Carajillo · Bayrisch Kaffee

Internationale Nischen-Spezialitäten – klein aber wow
Einspänner · Vietnamesischer Eiskaffee · Vietnamesischer Eierkaffee · Café Bombón · Café de Olla · Café Cubano · Yuanyang · Kopi

Zubereitungsarten im Überblick
Espressomaschine (Siebträger) · Vollautomat · Mokka-Kännchen / Espressokocher · French Press · Pour-Over / Handfilter · AeroPress · Filterkaffeemaschine · Türkische / Griechische Zubereitung · Karlsbader Kanne · Cold Brew Methode · Siphon / Vakuum-Brüher · Vietnamesischer Phin-Filter



Espresso pur

Espresso

Auch bekannt als: Short Black

Der Espresso ist das Herzstück der Kaffeekultur und die Basis für fast alle Kaffeegetränke, die ihr in diesem Lexikon findet. In Italien – seiner Heimat – wird er mehrmals täglich getrunken, gerne im Stehen an der Bar. Klein, stark und mit einer charakteristischen Crema auf der Oberfläche: Ein guter Espresso ist ein Erlebnis in konzentrierter Form.

Die erste Espressomaschine wurde 1884 in Italien patentiert. Angelo Moriondo gilt als Erfinder, doch erst die Weiterentwicklung durch Luigi Bezzera und Achille Gaggia in den 1940er-Jahren machte den Espresso so, wie wir ihn heute kennen.

BasisEspresso
ZubereitungHeißes Wasser wird unter hohem Druck (ca. 9 bar) durch fein gemahlenes Kaffeepulver gepresst. Ergebnis: ca. 25–30 ml in etwa 25 Sekunden.
ServiertWarm
MilchanteilKeiner
PortionsgrößeCa. 25–30 ml
IntensitätKräftig


Doppio

Auch bekannt als: Doppelter Espresso

Der Doppio ist schlicht ein doppelter Espresso – zwei Shots in einer Tasse. Wer den Geschmack eines Espressos liebt, aber ein kleines bisschen mehr davon möchte, greift zum Doppio. In vielen Coffeeshops ist der Doppio mittlerweile der Standard, wenn man einen „Espresso" bestellt.

BasisEspresso
ZubereitungZwei Shots Espresso, nacheinander oder gleichzeitig in einem Doppelsieb extrahiert.
ServiertWarm
MilchanteilKeiner
PortionsgrößeCa. 50–60 ml
IntensitätKräftig

Ristretto

Der Ristretto ist der kleine, noch intensivere Bruder des Espressos. Gleiche Menge Kaffeepulver, aber nur die Hälfte des Wassers – das Ergebnis ist ein extrem konzentrierter Shot mit weniger Bitterstoffen und mehr Süße. In Italien gilt er unter Kennern als die reinste Form des Kaffeegenusses. Durch die kürzere Extraktionszeit werden weniger Bitterstoffe gelöst – der Ristretto schmeckt dadurch oft süßer und fruchtiger als ein Espresso.

BasisEspresso
ZubereitungWie ein Espresso, aber mit der halben Wassermenge (ca. 15–20 ml). Der Bezug wird früher gestoppt.
ServiertWarm
MilchanteilKeiner
PortionsgrößeCa. 15–20 ml
IntensitätSehr kräftig

Lungo

Der Lungo geht den umgekehrten Weg des Ristretto: mehr Wasser, gleiche Menge Kaffeepulver. Das Ergebnis ist ein größerer, milderer Espresso – aber Vorsicht: Durch die längere Extraktionszeit können auch mehr Bitterstoffe gelöst werden. Ein Lungo ist kein „verwässerter Espresso", sondern ein eigenständiges Getränk mit einem anderen Geschmacksprofil.

BasisEspresso
ZubereitungEspresso mit der doppelten Wassermenge (ca. 50–60 ml). Der Bezug läuft länger durch.
ServiertWarm
MilchanteilKeiner
PortionsgrößeCa. 50–60 ml
IntensitätMittel

Espresso con Panna

Espresso mit Sahnehaube – so einfach, so gut. Der Espresso con Panna kombiniert die Intensität eines Espressos mit der Süße und Cremigkeit von Schlagsahne. In Wien kennt man eine ähnliche Variante als Einspänner (siehe Internationale Spezialitäten).

BasisEspresso
ZubereitungEin einfacher oder doppelter Espresso, gekrönt mit einem Klecks geschlagener Sahne.
ServiertWarm
MilchanteilKeiner (Sahne statt Milch)
PortionsgrößeCa. 30–40 ml
IntensitätKräftig



Espresso mit Milch

Cappuccino

Der Cappuccino ist neben dem Espresso wohl der bekannteste Kaffee-Klassiker der Welt – und stammt wie so vieles aus Italien. Der perfekte Cappuccino besteht zu gleichen Teilen aus Espresso, heißer Milch und Milchschaum. Diese Drittel-Regel sorgt für eine wunderbare Balance zwischen Kaffeearoma und cremiger Milde. In Italien trinkt man den Cappuccino übrigens ausschließlich am Morgen – einen Cappuccino nach dem Mittagessen zu bestellen, sorgt dort für hochgezogene Augenbrauen.

Der Name leitet sich von den Kapuzinermönchen ab, deren braune Kutten an die Farbe des Getränks erinnerten. In seiner heutigen Form verbreitete sich der Cappuccino ab den 1950er-Jahren von Italien aus in die ganze Welt.

BasisEspresso
ZubereitungEin Shot Espresso, ein Drittel heiße Milch, ein Drittel fester, cremiger Milchschaum.
ServiertWarm
MilchanteilMittel
PortionsgrößeCa. 150–180 ml
IntensitätMittel


Caffè Latte

Auch bekannt als: Latte, Milchkaffee

Der Caffè Latte ist der mildere, milchigere Verwandte des Cappuccinos. Mehr Milch, weniger Schaum – das macht ihn zum perfekten Getränk für alle, die Kaffeegeschmack mögen, es aber nicht zu intensiv brauchen. In Coffeeshops ist er auch die beliebteste Leinwand für Latte Art. Wichtig: In Italien sollte man niemals nur „einen Latte" bestellen – man bekommt sonst ein Glas Milch.

BasisEspresso
ZubereitungEin Shot Espresso mit viel aufgeschäumter Milch (Verhältnis ca. 1:3 bis 1:4) und einer dünnen Schaumschicht obenauf.
ServiertWarm
MilchanteilHoch
PortionsgrößeCa. 250–350 ml
IntensitätMild

Latte Macchiato

Der Latte Macchiato ist der große Bruder des Caffè Latte – und unterscheidet sich vor allem in der Zubereitungsreihenfolge und Optik. Hier wird zuerst die aufgeschäumte Milch ins Glas gegeben und dann der Espresso vorsichtig durchgegossen. So entstehen die typischen drei Schichten: Milch unten, Espresso in der Mitte, Schaum oben. Der Latte Macchiato ist in Deutschland besonders beliebt und gehört seit den 2000er-Jahren fest zur Café-Kultur.

BasisEspresso
ZubereitungZuerst heiße, aufgeschäumte Milch ins Glas füllen. Dann einen Shot Espresso langsam durch den Schaum gießen, sodass sich sichtbare Schichten bilden.
ServiertWarm
MilchanteilHoch
PortionsgrößeCa. 300–350 ml
IntensitätMild


Espresso Macchiato

Auch bekannt als: Caffè Macchiato

„Macchiato" bedeutet auf Italienisch „gefleckt" – und genau das beschreibt dieses Getränk perfekt. Ein Espresso Macchiato ist ein Espresso mit nur einem kleinen Klecks Milchschaum obendrauf. Nicht zu verwechseln mit dem Latte Macchiato: Der Espresso Macchiato ist klein, stark und eindeutig ein Espresso-Getränk. Wer den puren Espresso liebt, aber ganz leicht abrunden möchte, liegt hier genau richtig.

BasisEspresso
ZubereitungEin Shot Espresso mit einem kleinen Löffel Milchschaum.
ServiertWarm
MilchanteilGering
PortionsgrößeCa. 35–40 ml
IntensitätKräftig

Flat White

Der Flat White ist das Getränk für alle, die einen Cappuccino zu schaumig und einen Latte zu milchig finden. Entstanden in der Kaffeekultur Australiens und Neuseelands, besteht er aus einem doppelten Espresso mit samtig aufgeschäumter Milch – aber so gut wie ohne Schaumkrone. Das Ergebnis ist ein kompaktes, espressostarkes Getränk mit seidig-cremiger Textur. Seit den 2010er-Jahren hat der Flat White die Coffeeshops weltweit erobert.

Ob der Flat White in Australien oder Neuseeland erfunden wurde, ist bis heute umstritten und sorgt zwischen beiden Ländern für leidenschaftliche Diskussionen. Belegt ist, dass er in den 1980er-Jahren erstmals auf den Speisekarten auftauchte.

BasisEspresso (Doppio)
ZubereitungDoppelter Espresso mit fein aufgeschäumter Milch (Microfoam) ohne nennenswerte Schaumkrone. Verhältnis ca. 1:2.
ServiertWarm
MilchanteilMittel
PortionsgrößeCa. 150–180 ml
IntensitätKräftig


Cortado

Der Cortado ist ein kleines, feines Getränk aus der spanischen Kaffeekultur: ein Espresso, „geschnitten" (spanisch: cortar) mit einer gleichen Menge warmer Milch. Kein Schaum, keine Spielereien – nur Espresso und Milch im perfekten Gleichgewicht. Der Cortado ist das ideale Getränk für alle, die den Espresso pur zu stark finden, aber nicht in Milch ertränken wollen.

BasisEspresso
ZubereitungEin Shot Espresso mit der gleichen Menge leicht aufgewärmter Milch (Verhältnis 1:1). Wenig bis kein Milchschaum.
ServiertWarm
MilchanteilMittel
PortionsgrößeCa. 60–70 ml
IntensitätKräftig
VerbreitungSpanien, Portugal, Lateinamerika, mittlerweile weltweit in Specialty-Coffeeshops

Piccolo

Auch bekannt als: Piccolo Latte

Der Piccolo ist im Grunde ein Mini-Latte: ein Ristretto (oder einfacher Espresso) mit einer kleinen Menge fein aufgeschäumter Milch in einer kleinen Tasse oder einem Espressoglas. Entstanden in der australischen Barista-Szene als Möglichkeit, neue Röstungen zu testen, ohne sich durch große Milchgetränke trinken zu müssen. Heute ist er ein fester Bestandteil vieler Specialty-Coffee-Karten.

BasisEspresso (Ristretto)
ZubereitungEin Ristretto oder Espresso mit einer kleinen Menge Microfoam-Milch in einer Espressotasse.
ServiertWarm
MilchanteilMittel
PortionsgrößeCa. 80–100 ml
IntensitätKräftig

Café au Lait

Auch bekannt als: Milchkaffee, Schale

Der Café au Lait ist der französische Klassiker schlechthin: starker Filterkaffee mit heißer Milch zu gleichen Teilen, traditionell in einer großen Schale serviert. Im Gegensatz zu den meisten anderen Milchkaffee-Getränken basiert er nicht auf Espresso, sondern auf Filterkaffee oder French-Press-Kaffee. In Frankreich gehört er untrennbar zum Frühstück – gerne mit einem Croissant oder einem Stück Baguette zum Eintunken.

BasisFilterkaffee
ZubereitungKräftiger Filterkaffee und heiße Milch zu gleichen Teilen, oft gleichzeitig eingeschenkt.
ServiertWarm
MilchanteilHoch
PortionsgrößeCa. 250–350 ml
IntensitätMild bis mittel
VerbreitungFrankreich, aber auch in deutschen Cafés als „Milchkaffee" sehr verbreitet


Galão

Der Galão ist das portugiesische Pendant zum Caffè Latte – aber mit noch mehr Milch. In Portugal ist er das Standardgetränk zum Frühstück oder für die Kaffeepause am Nachmittag. Er wird in einem hohen Glas serviert und besteht aus einem Viertel Espresso und drei Vierteln aufgeschäumter Milch.

BasisEspresso
ZubereitungEin Shot Espresso mit der dreifachen Menge aufgeschäumter Milch im Glas.
ServiertWarm
MilchanteilHoch
PortionsgrößeCa. 200–250 ml
IntensitätMild
VerbreitungPortugal

Breve

Auch bekannt als: Café Breve

Der Breve ist eine amerikanische Variante des Caffè Latte – mit einem entscheidenden Unterschied: Statt Milch wird Half-and-Half (eine Mischung aus Milch und Sahne) verwendet. Das Ergebnis ist deutlich cremiger und reichhaltiger als ein normaler Latte. In Europa ist der Breve kaum verbreitet, in amerikanischen Coffeeshops aber eine gängige Bestellung.

BasisEspresso
ZubereitungEin Shot Espresso mit aufgeschäumtem Half-and-Half (Milch-Sahne-Mischung).
ServiertWarm
MilchanteilHoch
PortionsgrößeCa. 250–350 ml
IntensitätMild
VerbreitungUSA

Mocha

Auch bekannt als: Mocaccino, Caffè Mocha

Der Mocha schlägt die Brücke zwischen Kaffee und Kakao: ein Espresso-Getränk mit Schokolade, Milch und oft auch Sahne. Wer es gerne süß und schokoladig mag, wird den Mocha lieben. Er ist weniger ein klassischer Kaffee und mehr ein genussvolles Heißgetränk – perfekt für kalte Nachmittage oder als Dessert-Ersatz. In vielen Coffeeshops gibt es ihn auch als Iced Mocha.

Der Name geht auf die jemenitische Hafenstadt Mocha (al-Mukha) zurück, die im 15. und 16. Jahrhundert ein Zentrum des Kaffeehandels war. Die Kaffeebohnen aus Mocha hatten von Natur aus eine leicht schokoladige Note – daraus entwickelte sich später die Idee, Kaffee und Schokolade zu kombinieren.

BasisEspresso
ZubereitungEin Shot Espresso mit Schokoladensirup oder Kakaopulver, aufgeschäumter Milch und optional Schlagsahne obenauf.
ServiertWarm (auch kalt als Iced Mocha)
MilchanteilHoch
PortionsgrößeCa. 250–350 ml
IntensitätMild

Marocchino

Ein kleines, schokoladiges Espresso-Getränk aus dem Piemont in Norditalien. Der Marocchino besteht aus einem Espresso, einer Schicht Kakaopulver und einem Schuss aufgeschäumter Milch – serviert in einem kleinen Glas. Er ist weniger süß als ein Mocha und deutlich kleiner, aber mindestens genauso genussvoll.

BasisEspresso
ZubereitungKakaopulver ins Glas geben, Espresso darüber gießen, mit einem Schuss aufgeschäumter Milch toppen.
ServiertWarm
MilchanteilGering
PortionsgrößeCa. 60–80 ml
IntensitätKräftig
VerbreitungItalien, vor allem Piemont



Espresso mit Wasser

Americano

Auch bekannt als: Caffè Americano

Der Americano ist die Antwort für alle, die Espresso mögen, aber eine größere Tasse Kaffee trinken möchten. Ein oder zwei Shots Espresso werden mit heißem Wasser aufgegossen – das glättet die Intensität und schafft ein Getränk, das geschmacklich zwischen Espresso und Filterkaffee liegt. Der Americano ist besonders in den USA und Großbritannien beliebt und wird dort oft als Alternative zum Filterkaffee getrunken.

Der Legende nach entstand der Americano im Zweiten Weltkrieg, als amerikanische Soldaten in Italien den für sie zu starken Espresso mit heißem Wasser streckten, um ein Getränk zu erhalten, das an ihren gewohnten Filterkaffee erinnerte.

BasisEspresso
ZubereitungEin oder zwei Shots Espresso in eine große Tasse geben und mit heißem Wasser auffüllen (Verhältnis ca. 1:2 bis 1:3).
ServiertWarm
MilchanteilKeiner
PortionsgrößeCa. 150–250 ml
IntensitätMittel

Long Black

Der Long Black ist der australisch-neuseeländische Bruder des Americano – mit einem entscheidenden Unterschied in der Zubereitung: Hier wird zuerst das heiße Wasser in die Tasse gegeben und dann der Espresso darüber gezogen. Klingt wie eine Kleinigkeit, macht aber geschmacklich einen Unterschied: Die Crema bleibt besser erhalten, und das Getränk schmeckt in der Regel etwas voller und aromatischer als ein Americano.

BasisEspresso (Doppio)
ZubereitungErst heißes Wasser in die Tasse, dann ein doppelter Espresso vorsichtig darüber extrahieren.
ServiertWarm
MilchanteilKeiner
PortionsgrößeCa. 150–200 ml
IntensitätKräftig
VerbreitungAustralien, Neuseeland



Espresso mit Extras

Affogato

Ist es ein Kaffee? Ist es ein Dessert? Beides! Der Affogato (italienisch für „ertrunken") besteht aus einer Kugel Vanilleeis, die in einem Shot heißem Espresso ertränkt wird. Die Kombination aus heiß und kalt, bitter und süß, cremig und intensiv ist schlicht genial. In Italien wird der Affogato gerne nach dem Essen als Dolce serviert.

BasisEspresso
ZubereitungEine Kugel Vanilleeis (oder Fior di Latte) in ein Glas oder eine Schale geben, einen Shot heißen Espresso darüber gießen.
ServiertHeiß-kalt-Kombination
MilchanteilKeiner (aber Eis)
PortionsgrößeCa. 100 ml
IntensitätKräftig

Red Eye

Auch bekannt als: Shot in the Dark

Der Red Eye ist das koffeinhaltigste Getränk auf dieser Liste – und nichts für schwache Nerven. Eine Tasse Filterkaffee mit einem zusätzlichen Shot Espresso. Der Name (deutsch: „rotes Auge") bezieht sich auf Nachtflüge, nach denen man typischerweise müde und rotäugig landet und einen ordentlichen Koffein-Kick braucht. Manche Cafés bieten auch den „Black Eye" (zwei Shots) oder den „Dead Eye" (drei Shots) an.

BasisFilterkaffee + Espresso
ZubereitungEine Tasse Filterkaffee mit einem Shot Espresso darin.
ServiertWarm
MilchanteilKeiner
PortionsgrößeCa. 250–300 ml
IntensitätSehr kräftig



Kalte Kaffeegetränke

Cold Brew

Cold Brew ist in den letzten Jahren vom Nischengetränk zum absoluten Trendkaffee aufgestiegen. Das Besondere: Er wird nicht mit heißem Wasser gebrüht, sondern über einen langen Zeitraum (12–24 Stunden) kalt extrahiert. Das Ergebnis ist ein samtiger, mild-süßer Kaffee mit deutlich weniger Säure und Bitterstoffen als herkömmlich gebrühter Kaffee. Cold Brew wird meist als Konzentrat hergestellt und vor dem Trinken mit Wasser, Milch oder Eis verdünnt.

BasisFilterkaffee (kalt extrahiert)
ZubereitungGrob gemahlenen Kaffee für 12–24 Stunden in kaltem Wasser ziehen lassen, anschließend filtern. Das Konzentrat nach Belieben verdünnen.
ServiertKalt
MilchanteilKeiner (optional)
PortionsgrößeCa. 250–400 ml
IntensitätMild bis mittel (je nach Verdünnung)

Nitro Cold Brew

Nitro Cold Brew ist Cold Brew 2.0: Das kalte Kaffeekonzentrat wird mit Stickstoff (Nitrogen) versetzt und wie Bier aus dem Zapfhahn serviert. Der Stickstoff erzeugt eine samtige, fast cremige Textur und eine attraktive, kaskadenartige Schaumkrone – ganz ohne Milch oder Zucker. Das Mundgefühl erinnert an Guinness, der Geschmack ist weich und leicht süßlich.

BasisFilterkaffee (kalt extrahiert, mit Stickstoff infundiert)
ZubereitungCold-Brew-Konzentrat wird mit Stickstoff unter Druck versetzt und aus dem Zapfhahn in ein Glas gezapft.
ServiertKalt
MilchanteilKeiner
PortionsgrößeCa. 300–400 ml
IntensitätMittel

Iced Coffee

Iced Coffee ist der unkomplizierte Einstieg in die Welt der kalten Kaffeegetränke: frisch gebrühter Kaffee, der abgekühlt und über Eiswürfel serviert wird. Im Vergleich zum Cold Brew ist Iced Coffee säurebetonter und geschmacklich näher am klassischen heißen Kaffee. Der Nachteil: Eiswürfel verwässern das Getränk, wenn man zu langsam trinkt. Tipp: Kaffee-Eiswürfel einfrieren und statt normaler Eiswürfel verwenden.

BasisFilterkaffee oder Espresso
ZubereitungFrisch gebrühten Kaffee abkühlen lassen und über Eiswürfel servieren. Optional mit Milch und Zucker.
ServiertKalt
MilchanteilKeiner bis mittel (je nach Variante)
PortionsgrößeCa. 250–400 ml
IntensitätMittel



Japanese Iced Coffee

Auch bekannt als: Flash Brew

Die eleganteste Methode, kalten Kaffee zuzubereiten – und in der Specialty-Coffee-Szene hoch geschätzt. Beim Japanese Iced Coffee wird der Kaffee als Pour-Over direkt auf Eiswürfel gebrüht. Der heiße Kaffee wird dadurch schlagartig abgekühlt, was die flüchtigen Aromen „einfriert" und ein deutlich komplexeres Geschmacksprofil erzeugt als beim klassischen Iced Coffee oder Cold Brew. Fruchtige, blumige Noten kommen bei dieser Methode besonders gut zur Geltung.

BasisFilterkaffee (Pour-Over)
ZubereitungKaffee als Handfilter/Pour-Over direkt auf eine Karaffe mit Eiswürfeln brühen. Die Kaffeemenge wird erhöht, um die Verdünnung durch das Eis auszugleichen.
ServiertKalt
MilchanteilKeiner
PortionsgrößeCa. 200–300 ml
IntensitätMittel bis kräftig

Eiskaffee (deutsch)

Der deutsche Eiskaffee hat mit einem Iced Coffee nur den Namen gemeinsam – ansonsten ist er ein völlig eigenständiges Getränk und eher ein Dessert als ein Kaffee. Die Basis bildet kalter Kaffee, dazu kommen eine oder zwei Kugeln Vanilleeis und ein Klecks Schlagsahne. Serviert wird im hohen Glas mit Strohhalm und langem Löffel. An heißen Sommertagen gibt es in Deutschland kaum etwas Besseres.

BasisFilterkaffee (kalt)
ZubereitungKalten, starken Kaffee ins Glas geben, Kugel(n) Vanilleeis hinein, mit Schlagsahne toppen. Optional: Schokostreusel.
ServiertKalt
MilchanteilKeiner (aber Eis und Sahne)
PortionsgrößeCa. 300–400 ml
IntensitätMild
VerbreitungDeutschland, Österreich, Schweiz

Iced Latte

Der Iced Latte ist die kalte Version des Caffè Latte: Espresso über Eiswürfel, aufgefüllt mit kalter Milch. Simpel, erfrischend und in Coffeeshops weltweit einer der meistbestellten Sommerdrinks. Im Vergleich zum Iced Coffee ist der Iced Latte cremiger und milder – die Milch nimmt dem Espresso die Spitzen.

BasisEspresso
ZubereitungEin oder zwei Shots Espresso über Eiswürfel in ein Glas geben, mit kalter Milch auffüllen.
ServiertKalt
MilchanteilHoch
PortionsgrößeCa. 300–400 ml
IntensitätMild

Iced Americano

Der Iced Americano ist die sommerliche Variante des Americano: Espresso über Eiswürfel, aufgefüllt mit kaltem Wasser. Erfrischend, pur und ohne Schnickschnack – das Getränk für alle, die kalten Kaffee ohne Milch mögen. Besonders in Südkorea und Japan ist der Iced Americano extrem beliebt und wird zu jeder Jahreszeit getrunken.

BasisEspresso
ZubereitungEin oder zwei Shots Espresso über Eiswürfel in ein Glas geben, mit kaltem Wasser auffüllen.
ServiertKalt
MilchanteilKeiner
PortionsgrößeCa. 300–400 ml
IntensitätMittel
VerbreitungWeltweit, besonders populär in Südkorea und Japan

Frappé

Auch bekannt als: Griechischer Frappé

Der Frappé ist ein griechischer Nationaldrink – und eine der wenigen Kaffeelegenden, die auf Instantkaffee basieren. Erfunden wurde er angeblich 1957 auf der Internationalen Handelsmesse in Thessaloniki, als ein Nestlé-Mitarbeiter keinen Zugang zu heißem Wasser hatte und seinen Instantkaffee kurzerhand mit kaltem Wasser und Eis im Shaker zubereitete. In Griechenland gibt es drei Süßegrade: Skétos (ohne Zucker), Métrios (mittel) und Glykós (süß).

BasisInstantkaffee
ZubereitungInstantkaffee, Zucker und etwas kaltes Wasser kräftig schütteln oder mixen, bis ein dichter Schaum entsteht. Über Eiswürfel in ein hohes Glas gießen und mit Wasser und optional Milch auffüllen.
ServiertKalt
MilchanteilKeiner bis mittel (optional)
PortionsgrößeCa. 300–400 ml
IntensitätMittel
VerbreitungGriechenland, Zypern

Frappuccino

Der Frappuccino ist streng genommen ein Markenname von Starbucks – aber längst zum Gattungsbegriff für gemixte, kalte Kaffeegetränke mit Eis geworden. Im Gegensatz zum griechischen Frappé wird der Frappuccino im Blender mit Eis crushed und enthält oft Milch, Sirup und Sahne. Weniger Kaffee, mehr Dessert – aber an heißen Tagen durchaus verführerisch.

BasisEspresso oder Filterkaffee
ZubereitungKaffee, Milch, Eis und Sirup im Blender mixen, bis eine slushie-artige Konsistenz entsteht. Mit Sahne und Topping servieren.
ServiertKalt
MilchanteilHoch
PortionsgrößeCa. 350–500 ml
IntensitätMild

Espresso Tonic

Der Espresso Tonic ist einer der aufregendsten Kaffee-Trends der letzten Jahre: ein doppelter Espresso, der auf eiskaltes Tonic Water gegossen wird. Die Kombination klingt zunächst ungewöhnlich, ergibt aber ein faszinierendes Zusammenspiel aus der Bitterkeit des Tonics, der Süße des Espressos und der prickelnden Kohlensäure. Erfunden wurde der Drink 2007 in Oslo und verbreitete sich über die Barista-Wettbewerbsszene in der ganzen Welt.

BasisEspresso
ZubereitungEiswürfel ins Glas, Tonic Water darüber, dann einen doppelten Espresso langsam über die Rückseite eines Löffels oder direkt ins Glas gießen.
ServiertKalt
MilchanteilKeiner
PortionsgrößeCa. 200–300 ml
IntensitätMittel bis kräftig

Café con Hielo

Café con Hielo (spanisch für „Kaffee mit Eis") ist die typisch spanische Art, kalten Kaffee zu trinken – und charmant unkompliziert. Man bestellt einen Espresso und bekommt ein separates Glas mit Eiswürfeln dazu. Dann gießt man den Espresso selbst über das Eis. In Spanien gehört er in den Sommermonaten zum Alltag wie die Siesta.

BasisEspresso
ZubereitungEin Espresso wird separat serviert und vom Gast selbst über ein Glas mit Eiswürfeln gegossen.
ServiertKalt
MilchanteilKeiner
PortionsgrößeCa. 100–150 ml
IntensitätKräftig
VerbreitungSpanien

Dalgona Coffee

Auch bekannt als: Whipped Coffee

Der Dalgona Coffee wurde 2020 zur viralen Sensation – ein TikTok-Getränk, das während der Corona-Lockdowns die Welt eroberte. Die Zubereitung ist denkbar einfach: Instantkaffee, Zucker und heißes Wasser werden zu gleichen Teilen verrührt und so lange geschlagen, bis ein dicker, cremiger Schaum entsteht. Dieser wird auf kalte (oder warme) Milch gesetzt. Optisch spektakulär, geschmacklich süß und kräftig zugleich.

Der Name stammt vom koreanischen Karamellbonbon Dalgona. Das Getränk ging viral, nachdem der südkoreanische Schauspieler Jung Il-Woo es 2020 in einer TV-Show trank.

BasisInstantkaffee
ZubereitungJeweils 2 EL Instantkaffee, Zucker und heißes Wasser mit dem Schneebesen oder Mixer zu einem festen Schaum aufschlagen. Auf ein Glas Milch (mit oder ohne Eis) setzen.
ServiertKalt (auch warm möglich)
MilchanteilHoch
PortionsgrößeCa. 250–350 ml
IntensitätMittel





Kaffeegetränke mit Alkohol

Irish Coffee

Der wohl berühmteste alkoholische Kaffee der Welt: heißer, starker Kaffee, brauner Zucker, Irish Whiskey und eine Haube aus leicht geschlagener Sahne. Der Irish Coffee ist kein simpler Kaffee mit Schuss, sondern ein sorgfältig geschichtetes Getränk – die Sahne schwimmt oben, und man trinkt den warmen, süßen Whiskey-Kaffee durch die kalte Sahne hindurch.

Erfunden in den 1940er-Jahren von Joe Sheridan, einem Koch am Flughafen Foynes (heute Shannon) in Irland. Er servierte das Getränk frierenden amerikanischen Fluggästen, die bei einem Zwischenstopp warteten.

BasisFilterkaffee
ZubereitungHeißen, starken Kaffee mit braunem Zucker in ein vorgewärmtes Glas geben, einen Schuss Irish Whiskey einrühren. Leicht geschlagene Sahne vorsichtig über die Rückseite eines Löffels auf den Kaffee gleiten lassen.
ServiertWarm
MilchanteilKeiner (aber Sahne)
PortionsgrößeCa. 200–250 ml
IntensitätMittel

Pharisäer

Der Pharisäer ist ein norddeutsches Original und eine der großartigsten Kaffee-Schwindeleien der Getränkegeschichte. Die Zubereitung: starker Kaffee, ein ordentlicher Schuss Rum und ein Klecks Sahne obenauf – und hier liegt der Clou: Die Sahnehaube soll das Rum-Aroma verdecken. Traditionell darf der Pharisäer nicht umgerührt werden, sondern wird durch die Sahne hindurch getrunken.

Der Legende nach erfunden auf der nordfriesischen Insel Nordstrand. Der strenge Pastor Georg Bleyer duldete keinen Alkohol – also versteckten die Gemeindemitglieder den Rum unter einer Sahnehaube. Als der Pastor den Betrug entdeckte, rief er empört: „Ihr Pharisäer!" Der Name blieb.

BasisFilterkaffee
ZubereitungStarken Kaffee mit Zucker und einem guten Schuss braunem Rum mischen. Mit einer dicken Schlagsahnehaube bedecken. Nicht umrühren!
ServiertWarm
MilchanteilKeiner (aber Sahne)
PortionsgrößeCa. 200–250 ml
IntensitätMittel
VerbreitungNorddeutschland, vor allem Nordfriesland

Café Corretto

In Italien bestellt man nach dem Essen gerne einen Café Corretto – einen Espresso, der mit einem Schuss Grappa, Sambuca oder einem anderen Digestif „korrigiert" wird. Kein kompliziertes Mischgetränk, sondern eine einfache, wirkungsvolle Kombination, die in Italien zum Alltag gehört.

BasisEspresso
ZubereitungEin Espresso mit einem Schuss (ca. 20–30 ml) Grappa, Sambuca oder einem anderen Likör.
ServiertWarm
MilchanteilKeiner
PortionsgrößeCa. 50–60 ml
IntensitätKräftig
VerbreitungItalien

Rüdesheimer Kaffee

Der Rüdesheimer Kaffee ist ein üppiges deutsches Kaffeespezialgetränk, das seinen Ursprung im Rheingau hat. Asbach Uralt Weinbrand wird in der Tasse flambiert, mit Zucker karamellisiert, dann mit starkem Kaffee aufgegossen und mit Sahne sowie Schokoladenraspeln gekrönt. Mehr Show als schneller Koffein-Fix – aber genau das macht ihn zu einem besonderen Genusserlebnis.

Kreiert 1957 von Hans Karl Adam für das Restaurant Asbach in Rüdesheim am Rhein. Das Originalrezept ist markenrechtlich geschützt.

BasisFilterkaffee
ZubereitungAsbach-Weinbrand mit Zuckerwürfeln in der Tasse flambieren, mit heißem Kaffee aufgießen, mit Sahnehaube und Schokoladenraspeln garnieren.
ServiertWarm
MilchanteilKeiner (aber Sahne)
PortionsgrößeCa. 200–250 ml
IntensitätMittel
VerbreitungRheingau, Deutschland

Carajillo

Der Carajillo ist das spanische Gegenstück zum Café Corretto: ein Espresso mit einem Schuss Brandy oder Likör. In Spanien wird er traditionell mit Brandy de Jerez serviert, in Mexiko oft mit Licor 43, was ihm eine vanillig-süße Note verleiht. Der Carajillo ist in der gesamten spanischsprachigen Welt verbreitet und wird sowohl warm als auch auf Eis getrunken.

BasisEspresso
ZubereitungEin Shot Espresso mit einem Schuss Brandy, Rum oder Likör (z.B. Licor 43). Wahlweise warm serviert oder über Eis geschüttelt.
ServiertWarm oder kalt
MilchanteilKeiner
PortionsgrößeCa. 60–100 ml
IntensitätKräftig
VerbreitungSpanien, Mexiko, Lateinamerika


Bayrisch Kaffee

Ein weniger bekannter, aber wunderbar genussvoller Vertreter der alkoholischen Kaffeefamilie: Starker Kaffee mit Kirschwasser, Zucker und einer Sahnehaube. Der Bayrisch Kaffee verbindet die Kaffeekultur mit der bayerischen Obstbrandtradition und wird gerne in den Alpenregionen serviert.

BasisFilterkaffee
ZubereitungHeißen Kaffee mit Zucker und einem Schuss Kirschwasser in ein Glas geben. Mit Schlagsahne toppen.
ServiertWarm
MilchanteilKeiner (aber Sahne)
PortionsgrößeCa. 200–250 ml
IntensitätMittel
VerbreitungBayern, Alpenregion



Internationale Nischen-Spezialitäten – klein aber wow

Einspänner

Auch bekannt als: Wiener Kaffee, Vienna Coffee

Der Einspänner ist das Aushängeschild der Wiener Kaffeehauskultur: ein kräftiger Espresso (in Wien „Mokka" genannt), serviert im Glas und gekrönt von einer üppigen Schlagsahnehaube. Der Name bedeutet „Einspänner-Kutsche" – das Getränk war ursprünglich für Wiener Fiaker-Kutscher gedacht, die nur eine Hand frei hatten. Die Sahne hielt den Kaffee warm, während sie durch die kalten Wiener Straßen fuhren.

Entstanden in den Wiener Kaffeehäusern des 19. Jahrhunderts. In den 2020er-Jahren erlebte der Einspänner ein internationales Revival, besonders in der südkoreanischen Kaffee-Szene.

BasisEspresso (Mokka)
ZubereitungStarker Espresso im Glas, großzügig mit Schlagsahne gekrönt. Optional: Puderzucker auf der Sahne.
ServiertWarm
MilchanteilKeiner (aber Sahne)
PortionsgrößeCa. 150–200 ml
IntensitätKräftig
VerbreitungÖsterreich, vor allem Wien

Vietnamesischer Eiskaffee

Auch bekannt als: Cà Phê Sữa Đá

Einer der genialsten Kaffeegetränke der Welt – und süchtigmachend gut. Kräftiger, dunkel gerösteter Kaffee (traditionell Robusta) wird durch einen Phin-Filter langsam auf eine großzügige Schicht gesüßte Kondensmilch getropft. Umrühren, Eis dazu – fertig ist ein Getränk, das gleichzeitig süß, bitter, cremig und erfrischend ist. In Vietnam gibt es den Cà Phê Sữa Đá an buchstäblich jeder Straßenecke.

BasisFilterkaffee (Phin-Filter)
ZubereitungVietnamesischen Kaffee (dunkle Röstung, oft Robusta) durch einen Phin-Filter auf gesüßte Kondensmilch tropfen lassen. Mit Eiswürfeln servieren.
ServiertKalt
MilchanteilHoch (Kondensmilch)
PortionsgrößeCa. 200–300 ml
IntensitätKräftig
VerbreitungVietnam, mittlerweile weltweit in vietnamesischen Restaurants und Specialty-Cafés

Vietnamesischer Eierkaffee

Auch bekannt als: Cà Phê Trứng

Kaffee mit Ei – klingt gewöhnungsbedürftig, schmeckt sensationell. Der Cà Phê Trứng ist eine Spezialität aus Hanoi: Eigelb wird mit gesüßter Kondensmilch und Zucker zu einer dicken, cremigen Masse aufgeschlagen und auf einen kräftigen Espresso oder Filterkaffee gesetzt. Das Ergebnis erinnert geschmacklich an flüssiges Tiramisu. Wird traditionell in einer kleinen Tasse serviert, die in einer Schale mit warmem Wasser steht, um die Temperatur zu halten.

Angeblich entstanden in den 1940er-Jahren, als in Vietnam frische Milch knapp war und Eigelb als cremiger Ersatz diente.

BasisEspresso oder starker Filterkaffee
ZubereitungEigelb mit gesüßter Kondensmilch und Zucker aufschlagen, bis eine dicke Creme entsteht. Auf einen Shot Espresso oder starken Kaffee setzen.
ServiertWarm
MilchanteilMittel (Kondensmilch + Ei)
PortionsgrößeCa. 120–150 ml
IntensitätKräftig
VerbreitungVietnam, vor allem Hanoi

Café Bombón

Der Café Bombón ist die süßeste Verführung der spanischen Kaffeekultur: Ein Espresso, der auf eine gleiche Menge gesüßte Kondensmilch geschichtet wird, serviert in einem kleinen Glas. Die beiden Schichten – dunkel oben, cremig-weiß unten – ergeben eine hübsche Optik. Vor dem Trinken umrühren und den süß-bitteren Genuss erleben.

BasisEspresso
ZubereitungGesüßte Kondensmilch ins Glas geben, Espresso langsam darüber schichten (Verhältnis 1:1).
ServiertWarm
MilchanteilHoch (Kondensmilch)
PortionsgrößeCa. 60–80 ml
IntensitätKräftig (aber süß)
VerbreitungSpanien, vor allem Valencia und Levante

Café de Olla

Aus Mexiko kommt dieser wärmende, würzige Kaffee, der traditionell in einem Tontopf (olla de barro) zubereitet wird. Der Kaffee wird mit Zimtstangen und Piloncillo (unraffiniertem Rohrzucker) gekocht – das Ergebnis ist ein süßer, aromatischer Kaffee mit deutlicher Zimtnote und einem erdigen Charakter, den der Tontopf beisteuert.

BasisFilterkaffee (gekocht)
ZubereitungGrob gemahlenen Kaffee mit Wasser, Zimtstangen und Piloncillo in einem Topf (traditionell Tontopf) aufkochen und ziehen lassen. Durch ein Sieb gießen.
ServiertWarm
MilchanteilKeiner
PortionsgrößeCa. 150–200 ml
IntensitätMittel
VerbreitungMexiko


Café Cubano

Auch bekannt als: Cafecito

Der Cafecito ist ein wichtiger Bestandteil der kubanischen Kultur und des sozialen Lebens. Im Kern ist es ein starker, süßer Espresso – aber das Besondere ist die Espuma: Beim Brühen werden die ersten Tropfen Espresso mit reichlich Zucker zu einer karamellig-schaumigen Paste verrührt, bevor der restliche Espresso darüber gegossen wird. Das Ergebnis ist ein süßer, kräftiger Kaffee mit einer cremigen Schaumkrone.

BasisEspresso
ZubereitungDie ersten Tropfen Espresso mit Zucker kräftig zu einer hellbraunen Paste (Espuma) verrühren. Den restlichen Espresso darüber gießen.
ServiertWarm
MilchanteilKeiner
PortionsgrößeCa. 50–80 ml
IntensitätKräftig
VerbreitungKuba, Miami, kubanische Diaspora

Yuanyang

In Hongkong trinkt man Kaffee und Tee nicht nur nebeneinander, sondern am liebsten gleichzeitig: Yuanyang ist eine Mischung aus starkem Kaffee und Hongkong-Milchtee (einem kräftigen Schwarztee mit Kondensmilch). Der Name bezieht sich auf Mandarinenten, die immer als Pärchen auftreten – wie Kaffee und Tee in diesem ungewöhnlichen Getränk. Das Ergebnis ist überraschend harmonisch: malzig, süß, kräftig und ein echter Koffein-Kick.

BasisFilterkaffee + Schwarztee
ZubereitungStarken Kaffee und kräftigen Schwarztee (z.B. Ceylon oder Assam) zu etwa gleichen Teilen mischen. Mit gesüßter Kondensmilch oder Evaporated Milk servieren.
ServiertWarm oder kalt
MilchanteilMittel (Kondensmilch)
PortionsgrößeCa. 200–300 ml
IntensitätKräftig
VerbreitungHongkong, Südostasien

Kopi

„Kopi" bedeutet in weiten Teilen Südostasiens schlicht „Kaffee" – aber die Zubereitungsart ist einzigartig. Traditionell werden die Kaffeebohnen mit Butter oder Margarine und Zucker geröstet, was ihnen ein karamelliges, volles Aroma verleiht. Der Kaffee wird dann mit einem Stofffilter gebrüht und typischerweise mit gesüßter Kondensmilch serviert. In Malaysia und Singapur ist Kopi an jedem Kopitiam (Kaffeehaus) der Standard.

BasisFilterkaffee (Stofffilter)
ZubereitungButtergeröstete Kaffeebohnen mit einem Stofffilter brühen. Mit gesüßter Kondensmilch oder Evaporated Milk servieren.
ServiertWarm oder kalt
MilchanteilHoch (Kondensmilch)
PortionsgrößeCa. 150–200 ml
IntensitätKräftig
VerbreitungMalaysia, Singapur, Indonesien



Zubereitungsarten im Überblick

Die Art, wie Kaffee zubereitet wird, hat mindestens genauso viel Einfluss auf den Geschmack wie die Bohne selbst. Dieselbe Röstung kann als Espresso kräftig und konzentriert schmecken, im Pour-Over dagegen fruchtig und filigran. Hier stellen wir euch die wichtigsten Zubereitungsarten vor – damit ihr wisst, was hinter den Begriffen steckt.

Espressomaschine (Siebträger)

Die Königsklasse der Kaffeezubereitung. Bei einer Siebträgermaschine wird Wasser unter hohem Druck (ca. 9 bar) durch fein gemahlenes Kaffeepulver gepresst. Das Ergebnis ist ein konzentrierter, aromatischer Espresso mit der typischen Crema. Die Siebträgermaschine erfordert etwas Übung und das richtige Equipment (gute Mühle!), belohnt aber mit dem besten Espresso, den man zu Hause machen kann.

Typische GetränkeEspresso, Cappuccino, Latte, Flat White und alle Espresso-basierten Getränke
MahlgradFein
BrühzeitCa. 25–30 Sekunden
ErgebnisKonzentriert, vollmundig, mit Crema

Vollautomat

Der Vollautomat macht alles auf Knopfdruck: Bohnen mahlen, Espresso brühen, Milch aufschäumen. Praktisch, schnell und konsistent – ideal für den Alltag. Geschmacklich kommt ein Vollautomat nicht ganz an eine gute Siebträgermaschine heran, liefert aber deutlich bessere Ergebnisse als Kapselmaschinen oder Filterkaffee aus der Maschine.

Typische GetränkeEspresso, Caffè Crema, Cappuccino, Latte Macchiato
MahlgradWird automatisch angepasst
BrühzeitCa. 25–40 Sekunden
ErgebnisKonsistent, alltagstauglich, gute Qualität

Mokka-Kännchen / Espressokocher

Auch bekannt als: Bialetti, Moka Pot

Das ikonische Achteck-Kännchen für den Herd, das in Italien in praktisch jedem Haushalt steht. Wasser wird im unteren Teil erhitzt und steigt als Dampf durch das Kaffeepulver nach oben. Das Ergebnis ist kein „echter" Espresso (der Druck ist deutlich geringer), aber ein kräftiger, vollmundiger Kaffee mit eigenem Charakter. Die Bialetti Moka Express von 1933 ist der Klassiker.

Typische GetränkeMokka-Kaffee (als Basis für Milchgetränke nutzbar)
MahlgradMittel bis fein
BrühzeitCa. 4–5 Minuten
ErgebnisKräftig, vollmundig, leicht metallisch (je nach Kännchen)

French Press

Auch bekannt als: Pressstempelkanne, Cafetière

Die French Press ist die wohl unkomplizierteste Art, guten Kaffee zu machen: Grob gemahlenen Kaffee mit heißem Wasser übergießen, vier Minuten ziehen lassen, Stempel runterdrücken – fertig. Da kein Papierfilter verwendet wird, bleiben die Kaffeeöle erhalten, was dem Kaffee einen vollen, cremigen Körper verleiht. Die French Press ist perfekt für alle, die unkomplizierten, aromatischen Kaffee mit Charakter mögen.

Typische GetränkeFilterkaffee, Café au Lait
MahlgradGrob
BrühzeitCa. 4 Minuten
ErgebnisVollmundig, ölig, kräftig, leicht trüb

Pour-Over / Handfilter

z.B. V60, Chemex, Kalita Wave, Melitta

Pour-Over ist die Königsdisziplin des Filterkaffees: Heißes Wasser wird in kreisenden Bewegungen langsam und kontrolliert über das Kaffeepulver im Filter gegossen. Das erlaubt eine extrem präzise Kontrolle über Brühzeit, Wassertemperatur und Fließgeschwindigkeit – und damit über den Geschmack. Je nach Gerät (V60, Chemex, Kalita Wave) unterscheidet sich das Ergebnis leicht, aber alle Pour-Over-Methoden liefern einen klaren, nuancierten Kaffee, bei dem filigrane Aromen besonders gut zur Geltung kommen.

Typische GetränkeFilterkaffee, Japanese Iced Coffee
MahlgradMittel
BrühzeitCa. 2,5–4 Minuten
ErgebnisKlar, aromatisch, nuanciert

AeroPress

Die AeroPress ist ein 2005 erfundenes Brühgerät, das durch Luftdruck funktioniert – eine Art Mischung aus French Press und Espressomaschine im Taschenformat. Sie ist leicht, günstig, nahezu unzerstörbar und liefert in unter zwei Minuten einen Kaffee, der je nach Rezept zwischen Espresso und Filterkaffee liegen kann. In der Specialty-Coffee-Szene hat die AeroPress eine treue Fangemeinde und sogar eigene Weltmeisterschaften.

Typische GetränkeKonzentrierter Kaffee (Espresso-ähnlich) oder milder Filterkaffee
MahlgradFein bis mittel (je nach Rezept)
BrühzeitCa. 1–2 Minuten
ErgebnisVielseitig, sauber, je nach Rezept mild bis kräftig

Filterkaffeemaschine

Die klassische elektrische Kaffeemaschine, wie sie in Millionen Haushalten und Büros steht: Wasser wird erhitzt und automatisch über einen Papierfilter mit Kaffeepulver getropft. Nicht spektakulär, aber zuverlässig und praktisch, vor allem wenn mehrere Tassen auf einmal gebraucht werden. Mit frisch gemahlenen Bohnen und der richtigen Dosierung lässt sich auch aus einer einfachen Filtermaschine guter Kaffee holen.

Typische GetränkeFilterkaffee
MahlgradMittel
BrühzeitCa. 5–8 Minuten
ErgebnisMild, klar, unkompliziert

Türkische / Griechische Zubereitung

Auch bekannt als: Cezve-/Ibrik-Kaffee

Eine der ältesten Zubereitungsarten der Welt. Extrem fein gemahlener Kaffee (feiner als Espresso, fast wie Puderzucker) wird zusammen mit Wasser – und optional Zucker und Kardamom – in einem kleinen Metallkännchen (Cezve oder Ibrik) langsam erhitzt, bis sich ein dichter Schaum bildet. Das Besondere: Der Kaffeesatz wird nicht gefiltert, sondern setzt sich in der Tasse am Boden ab. Das Ergebnis ist ein intensiver, vollmundiger Kaffee mit einem Ritual, das in vielen Kulturen des Nahen Ostens und Südosteuropas seit Jahrhunderten gepflegt wird.

Typische GetränkeTürkischer Kaffee, Griechischer Kaffee, Arabischer Kaffee
MahlgradExtrem fein (pudrig)
BrühzeitCa. 2–4 Minuten
ErgebnisIntensiv, vollmundig, mit Kaffeesatz, leicht sirupartig

Karlsbader Kanne

Die Karlsbader Kanne ist ein Geheimtipp unter Kaffeekennern: Sie verwendet einen Porzellanfilter statt Papier, wodurch die Kaffeeöle erhalten bleiben und ein besonders aromatischer, runder Kaffee entsteht. Gleichzeitig filtert der Porzellansieb feiner als eine French Press, sodass der Kaffee klar bleibt. Benannt nach dem tschechischen Kurort Karlsbad (Karlovy Vary), wo sie entwickelt wurde.

Typische GetränkeFilterkaffee
MahlgradGrob
BrühzeitCa. 4–6 Minuten
ErgebnisKlar, aromatisch, vollmundig, ölig

Cold Brew Methode

Beim Cold Brew wird grob gemahlener Kaffee für 12 bis 24 Stunden in kaltem Wasser eingeweicht und anschließend gefiltert. Durch die kalte, langsame Extraktion werden weniger Säuren und Bitterstoffe gelöst – das Ergebnis ist ein mildes, samtiges Konzentrat, das pur, mit Wasser verdünnt oder mit Milch getrunken werden kann. Die Zubereitung dauert zwar lang, ist aber denkbar einfach und erfordert kein teures Equipment.

Typische GetränkeCold Brew, Nitro Cold Brew
MahlgradGrob
Brühzeit12–24 Stunden
ErgebnisMild, samtig, wenig Säure, süßlich

Siphon / Vakuum-Brüher

Die Siphon-Kaffeemaschine sieht aus wie ein Gerät aus einem Chemielabor – und funktioniert auch so. Wasser wird in einer unteren Glaskammer erhitzt, steigt durch Vakuumdruck in die obere Kammer (wo der Kaffee zieht) und fließt nach dem Entfernen der Hitzequelle gefiltert zurück. Das Ergebnis ist ein extrem klarer, aromatischer Kaffee. Mehr Show als Alltag, aber geschmacklich überragend.

Typische GetränkeFilterkaffee
MahlgradMittel
BrühzeitCa. 2–3 Minuten
ErgebnisSehr klar, filigran, teeähnlich

Vietnamesischer Phin-Filter

Der Phin ist ein kleiner Metallfilter, der direkt auf die Tasse gesetzt wird. Kaffeepulver rein, Metallplatte drauf, heißes Wasser rein – und dann tropft der Kaffee langsam durch. Die Zubereitung dauert einige Minuten, aber genau diese Langsamkeit ist Teil des Rituals. In Vietnam wird der Phin-Kaffee traditionell auf gesüßte Kondensmilch getropft (siehe Cà Phê Sữa Đá).

Typische GetränkeVietnamesischer Kaffee (heiß oder mit Eis)
MahlgradMittel bis grob
BrühzeitCa. 4–6 Minuten
ErgebnisKräftig, intensiv, vollmundig