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Warum guter Kaffee wichtig ist

28.09.2021
von Anastasia Hartleib
Warum guter Kaffee wichtig ist


Wir Deutschen lieben Kaffee. Rund 3,2 Tassen trinken wir von dem flüssigen Gold am Tag. Doch die wenigsten interessiert dabei, wo ihr Kaffee eigentlich herkommt oder unter welchen Bedingungen er produziert wurde – Hauptsache, er ist günstig.


Dabei gibt es wirklich gute Gründe, warum man bei Kaffee auf die Art der Erzeugung und eine hohe Qualität achten sollte. Hier sind einige davon:


1. Hohe Qualität = Gutes Kaffeearoma

In den Kirschen der Kaffeepflanze stecken bis zu 800 Aromen. Doch einen Kaffee zu produzieren, der dieser Aromenvielfalt auch gerecht wird, ist gar nicht mal so leicht. Das Röstverfahren ist äußerst komplex. Temperatur und Zeit spielen eine große Rolle bei der Entfaltung der Aromen und natürlich auch die Qualität der Bohnen.


Dabei ist Kaffee anzubauen nicht minder kompliziert. Es braucht bestimmte Höhenlagen, die dazu noch recht warme Durchschnittstemperaturen bieten, damit die Kirschen gut gedeihen. Und natürlich genügend Zeit, damit die Kirschen wachsen und reifen können. Doch weil die weltweite Nachfrage nach Kaffee so hoch ist, geraten die Farmen unter Druck, immer schneller immer mehr Kaffee zu produzieren. Also werden die Pflanzen auf maximalen Ertrag getrimmt und immer schneller abgeerntet. Und darunter leidet der Geschmack, denn ein volles Aroma kann – wie bei jedem landwirtschaftlichen Produkt eigentlich – nur bei ausreichend Zeit zur Reife entstehen.


Wunschvorstellung: In den seltensten Fällen sieht die Kaffeeernte so aus wie auf diesem Bild.
Wunschvorstellung: In den seltensten Fällen sieht die Kaffeeernte so aus wie auf diesem Bild.


2. Wer hochwertigen Kaffee kauft, tut was fürs Klima

Das mag im ersten Moment etwas weit hergeholt klingen, schließlich wird Rohkaffee meist um die halbe Welt geschifft, bevor er in unseren Tassen landet. Doch auch die Massenproduktion vor Ort hat enorme Auswirkungen auf den Klimawandel. Durch den ständigen Monokultur-Anbau fehlen in der Folge zunehmend Nährstoffen im Boden. Das macht die Pflanzen kränklich und wenig ertragreich, weshalb die Bauern zunehmend auf Düngemittel und Pestizide zurückgreifen müssen, die den Boden weiter auswaschen und Insekten vertreiben. Einen Kreislauf, den wir auch aus unseren Regionen kennen und mit zunehmender Sorge betrachten, wenn wir uns zum Beispiel an das Volksbegehren Artenvielfalt „Rettet die Bienen“ in Bayern im Jahr 2019 erinnern.


Für ein intaktes Klima braucht es stabile Ökosysteme mit kräftigen, vitalen Pflanzen. Und die gibt es sowohl auf heimischen Feldern als auch auf brasilianischen Kaffeefarmen nur, wenn die Bauern und Bäuerinnen auch mit geringeren Erträgen ihren Lebensunterhalt sichern können.


So wie diese kolumbianische Waldplantage stellen wir uns - Werbung sei Dank - Kaffeeplantangen weltweit vor. Die Realität allerdings ...
So wie diese kolumbianische Waldplantage stellen wir uns - Werbung sei Dank - Kaffeeplantangen weltweit vor. Die Realität allerdings ...


3. Wer mehr Geld für guten Kaffee ausgibt, macht langfristig die Welt besser

Hier kommt nun die mehr oder weniger harte Realität: gute Qualität hat nun mal ihren Preis. Das ist beim Kaffee nicht anders als beim Wein, Möbeln, Gin, Fleisch oder beim Hausbau. Doch auch hier gilt die Warnung: Nicht alles, was höherpreisig ist, ist auch gleich gut. Denn nur, weil ein Kaffee 58 € aufs Kilo kostet (Klingt viel? Ist tatsächlich der Preis für einige Nespresso Kapseln, wenn man nicht pro Kapsel rechnet.), heißt das noch lange nicht, dass da hochwertige Qualität drinsteckt.


In den wenigsten Fällen kommt von der Gewinnspanne auch wirklich was bei den Kaffeefarmen an. Wer Rohkaffee konventionell erzeugt und auf den Markt bringt, bekommt dafür in der Regel zwischen 0,56 und 0,81 US Dollar aufs Pfund – also für rund 45 Kilo (Stand: 2019). Den Rest teilen Zwischenhändler, Transporteure und Röstereien unter sich auf. Das reicht auch in Ländern mit niedrigen Lebenserhaltungskosten nur knapp zum Überleben. Und die Tendenz geht nach unten: seit Jahren sinken die Preise für Erzeuger, mit teilweise verheerenden Folgen: Weil der Ertrag nicht mehr zum Leben reicht, versuchen die Bauern und ihre Familien ihr Glück in reicheren Ländern – und bezahlen den Fluchtversuch teilweise mit ihrem Leben, wie dieser Beitrag des SWR zeigt.


Einen angemessenen Preis für Kaffee zu zahlen, sichert also nicht nur langfristig gute Produktionsbedingungen und damit hochwertige Qualität, sondern rettet im Zweifelsfall auch noch Leben.


...sieht eher so aus. Eine Plantage in Minas Gerais in Brasilien.
...sieht eher so aus. Eine Plantage in Minas Gerais in Brasilien.


Woran erkenne ich guten Kaffee?

Es gibt also wirklich verdammt gute Gründe, um hochwertigen Kaffee zu kaufen. Doch woran erkenne ich den eigentlich? Denn, wie bereits erwähnt, gibt der Preis allein noch nicht unbedingt Auskunft über die Qualität des Kaffees. Bei der Suche können Zertifizierungen weiterhelfen. Die sogenannten Fairtrade-Siegel garantieren bessere Preise für Erzeuger und somit auch bessere Arbeitsbedingungen. Doch ist dabei auch nicht jedes Siegel gleich gut – und verfehlt leider auch hier und da seinen Zweck. Denn oftmals sind die garantierten Preise für die Bauern noch viel zu niedrig angesetzt und verfehlen deshalb ihr Ziel. Da hilft nur: Schlau machen, welches Siegel was verspricht. Das kann man zum Beispiel hier.


Guter Kaffee braucht seine Zeit - nicht nur vor der Ernte, sondern auch bei der Röstung.
Guter Kaffee braucht seine Zeit - nicht nur vor der Ernte, sondern auch bei der Röstung.


Oder man spart sich die Recherche und kauft Kaffee, der ohne Zwischenhändler gehandelt wird. Bei sogenanntem Direct Trade Kaffee beziehen Röster ihre Rohkaffees direkt von den Bauern und stellen so sicher, dass die Farmen angemessen für ihre Arbeit bezahlt werden. So wie die Indie Roasters aus Bielefeld zum Beispiel, oder CafCaf aus Potsdam.


Doch direkt gehandelter Kaffee sollte noch nicht das Ende der Fahnenstange sein. Denn immer mehr Stimmen werden laut, die bemängeln, dass die eigentliche Wertschöpfung des Kaffees, also Röstung und Vertrieb, außerhalb der eigentlichen Anbauländer stattfindet – und somit Wachstum und Entwicklung dieser Länder behindert. Eine Beispielrechnung an Äthiopien: Wenn der gesamte Rohkaffee, der in Äthiopien geerntet wird, auch vor Ort geröstet, verpackt und vertrieben würde, würde die äthiopische Kaffeeindustrie rund 60 % mehr Umsatz machen und rund 280 000 Arbeitsplätze schaffen. Auch wenn dem Großteil der Kaffeefarmer (bisher) noch das Wissen und die Mittel zur Eigenverarbeitung fehlen: Es gibt bereits Initiativen, die die Landwirte auf dem Weg in die Unabhängigkeit vom Weltmarkt unterstützt. Was noch fehlt? Mehr Menschen, die gute Qualität wirklich zu schätzen wissen. Gehörst du dazu?


Hier bekommst du guten Kaffee:


Quellen:

https://www.spiegel.de/spiegel...
https://www.tchibo.com/servlet...
http://magazin.tchibo.de/publi...
https://www.dw.com/de/geld-ver...
https://www.daserste.de/inform...
https://www.coffeecircle.com/d...

 

Über den Autor:

Anastasia Hartleib

Anastasia Hartleib

Werkstudentin

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Für mich geht nichts über das Entdecken kleiner Manufakturen. Ob das der Micro Craft Brauer aus Bayern oder die sächsiche Brennerei ist, die es bereits seit Jahrzehnten gibt - hauptsache klein, regional verwurzelt und mit Sinn für's Handwerk!

  • Liebt: frische Luft, ihren Hund & Vinyl
  • Lieblingsgetränke: wechseln mit so ziemlich jedem Glas...
  • Empfehlung des Monats: Alkoholfreie Biere aus dem Brauhaus Nittenau

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