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Wermut - Alles über das Kultgetränk
Das Wichtigste für dich zusammengefasst:
- Wermut ist aufgespriteter Wein, der mit Kräutern & Gewürzen verfeinert wird
- Wermut wird überall dort hergestellt, wo auch Wein angebaut wird
- Was als Vermouth bzw. Wermut bezeichnet werden darf, wird durch eine EU-Verordnung genau festgelegt
- Wermut eignet sich sowohl für Cocktails, als auch den puren Genuss
Woran denkst du, wenn von Wermut die Rede ist? Vielleicht fällt dir dazu als erstes die wohl berühmteste aller Barkeeper-Fragen ein - "Gerührt oder geschüttelt?" Oder aber die beiden Flaschen ganz hinten im Regal, die beim letzten Umzug staubbedeckt aus der Versenkung auftauchten. Falls dem so ist, laden wir dich ein, uns auf einen Ausflug in das Reich der zeitgemäßen Wermuts zu begleiten. Solltest du jedoch zu den Glücklichen gehören, die sich bereits in dieser Welt zu Hause fühlen, wirst du garantiert die eine oder andere überraschende Köstlichkeit entdecken.
Erfreulicherweise konnte Vermouth (so die englische Schreibweise) das antiquierte, uncoole Image vergangener Jahrzehnte mehr und mehr abschütteln. Wir bezweifeln allerdings, dass das an der Hartnäckigkeit liegt, mit der ein gewisser eleganter Agenten-Held an seinem seltsamen Lieblingsdrink - drei Teile Gin, ein Teil Vodka, ein halbes Teil Wermut - festhält. Glücklicherweise hat sich eine neue Generation von Fans des klassischen Aperitifs angenommen.
Moderner Vermouth - die Renaissance eines alten Getränks
Werfen wir einen Blick darauf, wie Wermut entstand und wie er sich über die Jahrhunderte entwickelte, bevor wir uns auf die zum Teil genialen frischen Interpretationen dieser Weinvariante stürzen.

Vermouth bzw. Wermut eignet sich sowohl zum Pur trinken, als auch als Cocktailzutat.
Zunächst geht es nach Italien, ins Piemont des 15. Jahrhunderts (noch ältere Quellen verweisen auf China, den Mittleren Orient, Ägypten und natürlich das klassische Griechenland als Ursprungsregionen wermutartiger Weine. Aber wir konzentrieren uns auf die Entwicklung im Europa der Neuzeit). Viele Winzer des Piemont nutzten die Wintermonate, um einen fortifizierten Wein (mehr dazu weiter unten) herzustellen: Wein wurde in mittelgroße Fässer abgefüllt, mit Branntwein aufgespritet und mit Kräutern versetzt. Langsame Reifung in anhaltender Kälte sorgte dafür, dass die nach sorgsam gehüteten Familienrezepten zusammengestellten Ingredienzien sich zu kraftvollen, stabilen Aromen verbanden.
Viele der damals verwendeten Kräuter und Gewürze finden sich noch heute (besser: heute wieder) auf der Zutatenliste von liebevoll komponiertem Wermut. Unter anderen gehörten dazu die Artemisia-Gewächse Beifuß und Wermutkraut, außerdem Schafgarbe, Bohnenkraut, Salbei, Ysop, Majoran, Kamille, Holunder und Thymian, aber auch Exotischeres wie Zimt, Kardamom, Nelken, Koriander, Muskatnuss, Vanille und sogar Safran.
Im 17. Jahrhundert hatte Weinlikör sich nicht nur zum populären Getränk gemausert, sondern galt auch - je nach Zusammensetzung - als Wundermittel gegen allerlei Krankheiten und Zipperlein. Ein Relikt aus dieser Zeit stellt der typische leicht "medizinische" Geschmack von Wermut dar. Der ist kein unliebsames Nebenprodukt, sondern eine mittlerweile auf europäischer Ebene geschützte Eigenart.

Wermut wird aus aufgespritetem Wein hergestellt, der mit Gewürzen verfeinert wird.
Was ist Wermut?
Ob ein Getränk sich "Wermut" nennen darf, regelt eine Verordnung des Europäischen Parlamentes und des Europäischen Rates aus dem Jahr 2014. Demnach ist Wermut ein aromatisierter und aufgespriteter Wein, "dessen charakteristisches Aroma durch Verwendung geeigneter, aus Artemisia-Arten gewonnener Stoffe erzielt wird". Neben anderen Eigenschaften definiert die Verordnung auch den Alkoholgehalt, den echter Wermut aufweisen muss. Erlaubt sind zwischen 14,5 und unter 22 Volumenprozent.
Wie wird Wermut hergestellt?
Um guten Wermut herzustellen, braucht es mindestens einen hochwertigen Wein. Diese Basis wird mit der sogenannten "Tinktur" aromatisiert. Das bedeutet, es wird Alkohol hinzugefügt, in dem die Zutaten angesetzt und gelöst sind, die den Charakter des Wermutss bestimmen sollen. Dazu gehören Gewürze und Kräuter - allen voran das Wermutkraut, das für die typische, elegant-bittere Geschmacksnote sorgt. Moderner Wermut wird häufig auch durch Früchte aromatisiert. Der spanische TURMEON Blanco beispielsweise bringt deutliche Zitrusnoten ins Spiel, während sein roter Gegenpart mit der eher herbstlichen Kombination von Pflaume und Zimt verwöhnt.
Die Geschichte der modernen Wermut-Produktion nahm übrigens im späten 18. Jahrhundert ihren Anfang. Der piemontesische Destillateur Antonio Benedetto Carpano machte mit einem fortifizierten Rotwein Furore. Zu seiner Rezeptur gehörten etwa 30 verschiedene Kräuter, außerdem Zucker und Karamell. Damit begründete er den klassischen lieblichen Stil des roten italienischen Wermuts. In Frankreich setzten sich wenig später weißen Variante mit niedrigerem Zuckergehalt durch.
Welche Wermut-Sorten gibt es? Die drei wichtigsten Stile
- Roter Wermut: umso lieblicher, je südlicher seine Herkunft.
- Weißer Wermut: je nach Hersteller trocken (Dry) oder lieblich ausgebaut.
- Rosé Wermut - neuere, frucht-/zitrusbetonte Varianten.

Im Schnitt sagt man: Je lieblicher der Wermut, desto weiter aus dem Süden kommt er her. Es gibt aber auch besonders lieblichen Vermouth aus Deutschland - wie die Sorten von Steinwild
Woher kommt Wermut?
Auch wenn Italien und Frankreich die Wiege des Wermuts darstellen, ist das Getränk heute weltweit verbreitet - und wird eigentlich überall hergestellt, wo auch Wein angebaut wird. Spanien und Portugal stellen Wermut in ähnlichem Stil wie Italien her. Zu den besten ihrer Art gehört der fruchtige rote Turmeon Wermut aus den Bodegas Jaime in Saragossa.
Ähnlich wie die Freunde deutschen Weins hat auch die hiesige Wermut-Gemeinde ihre jungen Wilden: Aus Hamburg kommen die drei Helmut Wermuts. Stuttgart steuert die ebenfalls als Rosé, Red und White erhältlichen Premium Wermuts von Steinwild bei. Sie alle kannst Du hier Honest & Rare online kaufen.
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Wie trinkt man Wermut?
Moderne, hochwertige Wermuts, die mit exzellenten Zutaten punkten, schmecken einfach gut. Pur, on the rocks, vielleicht mit einer Zitronen- oder Orangenscheibe garniert, stellt ein guter Wermut so gut wie jeden Prosecco locker in den Schatten. Allerdings geht der Trink-Trend ganz klar in Richtung weniger Alkohol und weniger Kalorien. Ein gutes Tonic Water genügt, um aus einem kraftvollen Wermut einen leichten, erfrischenden Longdrink zu machen. Und natürlich ist da noch der eine oder andere Cocktail, der ohne Wermut überhaupt nicht funktionieren würde.
Bekannteste Cocktails mit Wermut, von Americano bis Zabao
Ein lieblicher Wermut Rosso tut sich gern mit Campari und Soda zum Americano zusammen oder formiert sich mit Whisky und ein paar Spritzern Angostura zum Manhattan. Im Negroni teilt er sich das Glas zu gleichen Teilen mit Campari und Gin.

Der Negroni ist der Cocktail-Klassiker, der mit Wermut zubereitet wird
Ein klassischer Martini dagegen besteht lediglich aus zwei Teilen Gin und einem Teil Dry Wermut. Auch der Bensonhurst bevorzugt trockenen Wermut als Vermittler zwischen Rye Whisky, zuckersüßem Maraschino-Likör und einem Artischocken-Bitter. Der Zabao schließlich vereint Rum, Dry Vermouth, Ananassaft und Grenadinesirup auf Eis. In einem Glas mit Zuckerrand, um genau zu sein.
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