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Was ist Likör und wie wird er hergestellt?
Das Wichtigste für dich zusammengefasst:
- Likör besteht immer aus Wasser, Alkohol, Zucker und Frucht-, Kräuter- oder anderen Pflanzenauszügen
- Laut EU-Verordnung muss Likör mindestens 100 g Zucker pro Liter enthalten (bis auf Kirsch- und Enzianliköre)
- Likör hat mindestens 15 % vol. Alkohol
- Die beliebtesten Sorten sind: Kräuter, Frucht- oder Fruchtsaftliköre, Kaffee-, Nuss-, Eier- und Sahneliköre
- Hergestellt wird Likör in der Regel im Mazerationsverfahren
Woraus besteht Likör?
Likör gilt gemeinhin als der kleine, weniger starke Bruder der Brände und Geiste. Doch das stimmt nur bedingt, denn auch Liköre können einen Alkoholgehalt von gut 40 % vol. aufweisen. Der eigentliche Unterschied zwischen Likören und Bränden, Geisten & Co. liegt in der Zugabe von Zucker. Die nämlich schreibt die Europäische Union sogar vor: 100 g Zucker pro Liter müssen mindestens enthalten sein. Ausnahmen bilden der Kirschlikör (70 g pro Liter) und Enzianliköre (80 g). Der Mindestalkoholgehalt von Likören liegt übrigens bei 15 % vol.
Doch woraus besteht Likör eigentlich? Im Wesentlichen setzt sich das alkoholhaltige Getränk immer aus drei grundlegenden Bestandteilen zusammen: Alkohol aus landwirtschaftlichem Ursprung, vesetzt mit Lebensmitteln - entweder natürlich erzeugt (also Obst, Kräuter, Säfte, Gewürze, Milch, Eier, Wein, Extrakte wie ätherische Öle usw.) oder naturidentisch (also Stoffe, die die gleiche chemische Zusammensetzung haben wie ein Apfel, aber künstlich erzeugt wurden) und eben Zucker.
Die Kunst der Likörherstellung besteht dabei jedoch darin, die einzelnen Aromen der Zutaten so aufeinander abzustimmen, dass am Ende ein geschmackvolles Getränk entsteht. Dafür gibt es unterschiedliche Herangehensweisen.
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Wie wird Likör hergestellt?
Likör kann im wesentlichen auf zwei unterschiedliche Weisen hergestellt werden: Die Mazeration und die Destillation. In der Regel werden Liköre allerdings über das Mazerationsverfahren hersgestellt.
Mazeration
Dabei werden die Zutaten, aus denen der Likör bestehen soll, in Alkohol eingelegt. Das kann entweder ein geschmacksneutraler Alkohol bspw. aus Getreide sein, oder aber eine andere hochprozentige Spirituose wie Rum oder Whisky (bei Rose Valley z.B. legt der Brenner die Nüsse für den Haselnusslikör im Haselnussgeist ein). Dann wird gewartet bis die Zutaten ihre Inhaltsstoffe an den Alkohol abgegeben haben.
In der Regel wird das Mazerat dafür einfach stehen gelassen, in Metallbottichen oder Holzfässern, die noch einmal zusätzliche Aromen abgeben können. Es gibt aber auch Ausnahmen, wie die Perkolation, bei der der Alkohol die Zutaten langsam durchläuft. Im Anschluss wird der gewonnenen Flüssigkeit Zucker und Wasser hinzugegeben, um den Alkoholgehalt auf die gewünschte Trinkstärke zu regulieren. Bevor der Likör abgefüllt werden kann, wird er noch filtriert.

In der Regel werden die Zutaten für Liköre in Alkohol eingelegt (mazeriert), damit sie ihre Aromen an die Flüssigkeit abgeben.
Destillation
Der Destillationsprozess wird eher selten angewendet und bringt vor allem klare Liköre hervor. Hierfür wird - wie für Brände auch - eine Maische aus den gewünschten Zutaten angesetzt. Deren Flüssigkeit wird anschließend in der Brennblase verdampft. Die Dämpfe werden durch das sogenannte Geist-Rohr abgezogen und in einen Kühler geleitet, wo sie erneut kondensieren. Das Kondensat, das wir üblicherweise als Brand kennen, wird im Anschluss mit Zucker vermischt und ebenfalls mit Wasser auf Trinksstärke gebracht.
Die beliebtesten Liköre im Überblick
Kräuterlikör

Kräuterliköre gelten als die Urform der Liköre.
- "Urform" der Liköre
- wurden ursprünglich als Heilmittel hergestellt, weswegen ihnen auch heute noch bspw. verdauungsfördernde Eigenschaften zugeschrieben werden
- schmeckten früher sehr bitter, heute (durch die Zugabe von Zucker) eher mildes und süßliches Aroma
- Unterschied Kräuterlikör vs. Magenbitter: Kräuterliköre sind eher süßlich im Geschmack, Magenbitter (auch Bitter oder Halbbitter genannt) eher herb und bitter
- in der Regel aus einer Mischung aus mehreren Kräutern hergestellt
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Frucht- & Fruchtsaftlikör

Fruchtliköre können entweder aus ganzen Früchten oder aus Fruchtsaft hergestellt werden.
- Unterschied: Bei Fruchtlikören werden ganze Früchte mazeriert, beim Fruchtsaftlikör wird nur der Saft zum Alkohol gegeben
- Fruchtsaftliköre enthalten einen Saftanteil von mindestens 20 Prozent
- werden vermehrt seit ca. 30 Jahren getrunken
- große Geschmacksvielfalt
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Nusslikör

Die beliebtesten Nussliköre sind Haselnuss- und Walnussliköre.
- wird im Mazerationsverfahren hergestellt
- geläufig sind Haselnusslikör und Walnusslikör, aber auch Pistazie-, Erdnuss- oder auch Kokosnusslikör
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Eierlikör

Der Vorläufer von Eierlikör wurde aus Avocados hergestellt.
- cremig-süßer Geschmack
- besteht hauptsächlich aus Eigelb, Zucker & Alkohol
- wird zu Hause oft mit Milch, Sahne oder Kondensmilch zubereitet
- Urform des Eierlikörs wurde aus Avocados hergestellt
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Sahnelikör (auch Creamlikör)

Sahne- oder Creamliköre dürfen nicht im Eisfach gelagert werden!
- ähnlich wie Eierlikör cremig-süßlicher Geschmack
- Hauptzutat: Sahne oder Milch, meist in Verbindung mit Schokolade o.Ä.
- basieren oft auf Whisky, Cognac oder Vodka
- darf nicht ins Eisfach, sondern nur im Kühlschrank gelagert werden
Kaffeelikör

Kaffeeliköre werden oft in Cocktails, wie dem Espresso Martini, verwendet.
- geht auf den mexikanischen Kahlua zurück
- in der Regel süßlicher Kaffeegeschmack, aber auch herbe Variationen möglich
- wird in der Regel mit dem Mazerationsverfahren hergestellt
- findet oft in Cocktail-Rezepten Verwendung
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Bitterlikör

Auch Bitterliköre werden oft in Cocktails verwendet, so wie in diesem Negroni hier. Aber auch als Aperitifs trinkt man Bitterliköre gern.
- werden größtenteils aus Pflanzenextrakten gewonnen
- schmecken herb, aber trotzdem leicht süßlich
- machen sich aufgrund der enthaltenen Bitteraromen gut als Aperitif (appetitanregend)
- finden sich in Cocktail-Klassikern wie Negroni, Aperol oder Old Fashioned
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Wie trinkt man Likör?
Klassischerweise werden Liköre pur getrunken. Vor allem als Aperitif, also Appetitanreger vor einem reichhaltigen Essen, oder als Digestif nach der Mahlzeit kommen vor allem Bitter- und Kräuterliköre gern zum Einsatz.
Du kannst Liköre aber auch gut als Zutaten in Cocktails und zum Kochen und Backen verwenden - oder mit einem Filler, wie z.B. mit Tonic Water als Longdrink genießen. Der Hibiskusblütenlikör von Freytag schmeckt so beispielsweise hervorragend. Deiner Kreativität sind bei den Kombinationen keine Grenzen gesetzt!
Je nach Geschmack und Vorlieben kannst du dich von sahnig-süßen bis säuerlichen oder würzig-scharfen Aromen für ganz unterschiedliche Geschmacksrichtungen entscheiden. Probiere dich durch die kunterbunte Welt der Liköre und entdecke die Geschmacksvielfalt hochwertig hergestellter Craft Spirits! Jetzt Liköre online kaufen
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Über den Autor:
Für mich geht nichts über das Entdecken kleiner Manufakturen. Ob das der Micro Craft Brauer aus Bayern oder die sächsische Brennerei ist, die es bereits seit Jahrzehnten gibt - hauptsache klein, regional verwurzelt und mit Sinn für's Handwerk!
- Liebt: frische Luft, ihren Hund & Vinyl
- Lieblingsprodukte: wechseln mit so ziemlich jedem Glas...
- Empfehlung des Monats: Alkoholfreier Gin. Der Windspiel alkoholfrei holt Gute Laune ins Glas!
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